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Behandlung der NTM-Lungenerkrankung

Die American Thoracic Society (ATS) und die Infectious Disease Society of America (IDSA) empfehlen eine Standardbehandlung bei der NTM-Lungenerkrankung, bestehend aus drei oder vier Medikamenten. Dazu gehören Clarithromycin oder Azithromycin, Rifampin oder Rifabutin und Ethambutol sowie Streptomycin oder Amikacin. Lesen Sie unten mehr über diese Medikamente oder klicken Sie hier, um eine PDF-Tabelle der Medikamente und Nebenwirkungen zu erhalten.

Bestimmte Antibiotika-Kombinationen wirken besser zusammen, weil sie die Mykobakterien auf mehr als eine Weise angreifen. Kombinationen von Medikamenten werden oft verschrieben, um einen spezifischen NTM-Stamm effektiv zu behandeln. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Ihre Auswurf-Proben an ein qualifiziertes Speziallabor für Mykobakteriologie für eine präzise Identifikation der Spezies und für eine Empfindlichkeitsprüfung gesandt werden.

Gelegentlich schlagen die in den Standardrichtlinien für die Behandlung von NTM empfohlenen Medikamente nicht an oder es wird je nach NTM-Stamm eine andere Kombination von Medikamenten empfohlen. In diesen Fällen können Medikamente hinzugefügt oder geändert werden.

In seltenen Fällen werden schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten. In diesem Fall sollten Sie sofort Ihren Arzt verständigen. Sie können das Ereignis auch der U.S. Food & Drug Administration (FDA) durch Ausfüllen des Formulars MedWatch Voluntary Reporting Form melden. Dieses Portal bietet Berichtsmechanismen sowohl für Patienten als auch für Anbieter medizinischer Leistungen.

Amikacin

Amikacin gehört zu der Medikamentenklasse der Aminoglykoside. Es kann nicht oral eingenommen werden; es wird durch Injektion, intravenös oder durch Inhalation verabreicht. Zu den häufigen Nebenwirkungen von Amikacin gehören Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörverlust, Gleichgewichtsstörungen und Nierenschädigung/-versagen. Selten kann ein Hautausschlag auftreten. Tendenziell ist injiziertes Amikacin toxischer und teurer.

ARIKACYE®, eine inhalative liposomale Amikacin-Lösung, ist von der FDA für erwachsene Patienten mit refraktären MAC-Lungeninfektionen zugelassen.

Rifampin

Rifampin wird oral in Pillenform eingenommen. Bei vielen Patienten kommt es während der Einnahme von Rifampin zu leichten Änderungen der Leberfunktionstestwerte. Andere Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Störungen, Fieber, Hitzewallungen und Juckreiz ohne Ausschlag sind ebenfalls möglich. Blutanomalien wie eine Abnahme der bei der Gerinnung helfenden Blutkörperchen (Thrombozyten), als Thrombozytopenie bezeichnet, können auftreten. Selten kommt es bei Patienten zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

Rifampin-Tabletten sind orangefarben, und da diese Farbe im Körper absorbiert wird, können Körperflüssigkeiten vorübergehend für mehrere Stunden nach der Einnahme des Medikaments orange oder rot erscheinen. Personen, die Rifampin einnehmen, sollten keine weichen Kontaktlinsen tragen, da die Linsen die orangefarbene Verfärbung dauerhaft absorbieren (Einweg-Kontaktlinsen können eine geeignete Alternative sein). Extrem hohe Dosen von Rifampin können eine Erkrankung verursachen, die als „Red-Man-Syndrom“ bezeichnet wird. Die Symptome beginnen in der Regel innerhalb von 5 oder 10 Minuten nach Einnahme des Medikaments und umfassen Juckreiz und Rötung von Gesicht, Hals und Rumpf, seltener Schwellungen der Lippen, des Gesichts oder der Augen oder einen Abfall des Blutdrucks.

Rifampin und Rifabutin gehören zu einer Medikamentenklasse namens „Rifamycin“.

Ethambutol

Ethambutol ist eine Tablette, die in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten (in kg) verabreicht wird. Die signifikanteste Nebenwirkung von Ethambutol ist mit Nerven verbunden; dazu gehört die Entzündung des Sehnervs (Sehnervenentzündung). Patienten klagen oft über verschwommenes Sehen und haben oft Probleme mit der Rot-Grün-Farbunterscheidung oder mit dem Sehen von Farben in satten Tönen. Dies tritt tendenziell bei hohen Tagesdosen des Medikaments auf. (Allergische Reaktionen können bei jeder Dosierung des Arzneimittels auftreten).

Die Sehnervenentzündung bessert sich in der Regel langsam über Monate hinweg. Patienten, die Ethambutol einnehmen, sollten vor Beginn der Einnahme des Medikaments Augentests zur Ermittlung der Ausgangswerte (Baseline) durchführen lassen und sich umgehend mit ihrem Arzt in Verbindung setzen, wenn Symptome einer verschwommenen Sicht oder andere Augenprobleme auftreten. Weniger häufig kommt es bei Patienten zu Magen-Darm-Störungen, Hautausschlag oder -reizungen, Fieber und Muskelschmerzen.

Azithromycin

Azithromycin ist ein alternatives Makrolid-Medikament zu Clarithromycin, das in Tablettenform eingenommen wird. Einige Patienten, die Clarithromycin nicht vertragen, können möglicherweise Azithromycin einnehmen. Dieses Medikament kann jedoch abnorme Veränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens verursachen, die zu einem gefährlichen unregelmäßigen Herzrhythmus führen können. Zu den Patienten, bei denen ein besonderes Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung besteht, gehören Patienten mit bekannten Risikofaktoren wie einer bestehenden Verlängerung des QT-Intervalls (langes QT-Syndrom), niedrigem Kalium- oder Magnesiumspiegel im Blut, einer langsamer als normal verlaufenden Herzfrequenz oder der Einnahme bestimmter Medikamente zur Behandlung abnormaler Herzrhythmen oder Arrhythmien. Patienten sollten vor der Einnahme von Azithromycin auf diese Zustände hin untersucht werden und mit ihrem Arzt über regelmäßige EKGs sprechen, wenn sie Azithromycin einnehmen. Weitere Nebenwirkungen können Durchfall und Magen-Darm-Störungen, Hörverlust und Tinnitus sein. Diese sind in der Regel reversibel, wenn das Medikament abgesetzt wird oder bei niedrigeren Dosierungen.

Clarithromycin

Clarithromycin ist ein Makrolid-Medikament, das in Tablettenform gut resorbiert wird. Die häufigsten Nebenwirkungen sind metallischer oder bitterer Geschmack, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es können auch Anomalien in den Leber-Enzymen auftreten, gewöhnlich bei Patienten, die höhere Dosierungen einnehmen.

Clarithromycin sollte bei der Behandlung von MAC wegen des Risikos der Entwicklung einer Arzneimittelresistenz nie allein oder nur in Kombination mit einem Chinolon-Medikament (einschließlich Ciprofloxacin und Levofloxacin) eingenommen werden.

Streptomycin

Streptomycin wird durch Injektion verabreicht. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind Gleichgewichtsprobleme und Toxizität für das Gehör (Ohren). Patienten, die Streptomycin injizieren, sollten auf verminderte Hörfähigkeit, Tinnitus und Gleichgewichtsprobleme, Taubheit oder Kribbeln, Fieber und Kopfschmerzen achten. Es kann auch zu Nierenschäden sowie zu Veränderungen im Blutbild kommen, weshalb während der Behandlung mit diesem Medikament routinemäßig entsprechende Kontrollen erfolgen sollten.

Streptomycin ist nicht in allen Apotheken erhältlich. Es wird in der Regel an Patienten mit schweren Erkrankungen oder bei Nichtanschlagen der Standardmedikation verabreicht.

Clofazimin

Clofazimin (Lampren) wurde in der Vergangenheit vor allem zur Behandlung von Lepra (Mycobacterium leprae) eingesetzt. Es wird jedoch manchmal zur Behandlung von Patienten mit MAC gegeben, insbesondere bei arzneimittelresistenten MAC-Stämmen oder wenn die Standardtherapie nicht angeschlagen hat.
Magen-Darm-Störungen einschließlich Appetitlosigkeit (Anorexie), Durchfall und Bauchschmerzen sind die häufigsten Nebenwirkungen.
Trockener Mund und trockene Haut können auftreten, und in seltenen Fällen kann es zu Hautverfärbungen kommen.

Clofazimin ist entweder über das Novartis Expanded Access Program (neue Verschreibungen) oder durch einen speziellen Antrag bei der FDA zur Erlangung einer Zulassung für seine Anwendung (bestehende Verschreibungen) erhältlich. Für weitere Informationen zur Beantragung der Zulassung von Clofazimin bei der FDA klicken Sie bitte hier.

Andere Antibiotika

Chinolone

Chinolon-Antibiotika wie Ciprofloxacin, Levofloxacin, Gatifloxacin und Moxifloxacin werden manchmal bei der Behandlung von MAC eingesetzt, auch wenn ihre Wirksamkeit nicht optimal ist. Patienten sollten kein Chinolon allein oder nur mit Azithromycin oder Clarithromycin einnehmen. Nebenwirkungen wie Schwindel, Durchfall, Übelkeit und erheblicher Gewichtsverlust sind nicht ungewöhnlich. Ihre Wirksamkeit ist bei der Behandlung von MAC nicht allgemein bekannt. Mit der Anwendung von Fluorquinolon sind gewisse erhöhte Risiken verbunden. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.

Rifabutin

Bei Patienten, die anfänglich Rifampin einnehmen und keine Verbesserung der Infektion sehen, wird Rifabutin als Ersatz für Rifampin betrachtet.

Eine antibiotische Behandlung kann mit einer erhöhten Inzidenz von Magen-Darm-Störungen oder Hefeinfektionen verbunden sein. Einige hilfreiche Hinweise zum Umgang mit diesen und anderen Nebenwirkungen finden Sie unter Umgang mit Nebenwirkungen.

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